KI verstehen

Drei Fragen,
die Sie vor
dem ersten KI-Projekt
klären sollten.

Was kostet KI wirklich? Was ist förder­fähig? Wie arbeitet man sicher damit? Wir geben die ehrlichen Antworten — kompakt, ohne Hype, mit Verweisen auf vertiefende Insights. Damit Sie nicht das fünf­zigste Pilot­projekt starten, das im Sande verläuft.

Block 01 · Kosten

Was kostet KI wirklich?

Lizenzen sind nur die Spitze. Wer KI sauber einführt, kalkuliert sechs Kosten­blöcke — die ersten drei sieht jeder, die letzten drei werden meist vergessen.

01

Lizenzen & Abonnements

ChatGPT Team, Claude Pro, Microsoft 365 Copilot — pro Sitz und Monat. Sichtbar, planbar, aber selten der größte Posten.

02

API- und Token-Kosten

Eigene Workflows, RAG-Pipelines, Automatisierungen. Pro 1.000 Tokens — bei intensiver Nutzung schnell drei­stellig pro Monat.

03

Cloud, Hosting & Vektor­datenbanken

Embeddings speichern, RAG abfragen, Inferenz hosten. Skaliert mit Daten­menge und Anfragen — meist 25 bis 200 Euro im Monat.

04

Integration & Implementierung

Einmalig + laufend. ERP-/CRM-Konnektoren, Sicherheits-Reviews, Workflow-Aufbau. Oft 60 bis 70 Prozent der Erst­investition.

05

Schulung & Change-Management

Ohne Akzeptanz keine Wirkung. Realistisch: 1 bis 3 Tage pro Team, plus laufende Q&A. Die teuerste „versteckte" Position.

06

Versteckte Folge­kosten

Daten­bereinigung, Governance, AVV-Verträge, Audit-Logs, Daten­schutz-Folge­abschätzung. Wer das nachträglich nachholt, zahlt doppelt.

Tiefer einsteigen: Vollständige TCO-Aufstellung mit Beispiel­rechnung →

Block 02 · Förderung

Was ist förder­fähig?

Die Förder­landschaft hat sich 2026 stark verändert: „Digital-Jetzt" und „go-digital" sind ausgelaufen, die Forschungs­zulage wurde massiv ausgeweitet. Sechs aktuelle Anlauf­stellen für KI im KMU — Stand Juni 2026.

01

Forschungs­zulage

Steuer­licher Top-Hebel: 35 % für KMU der FuE-Personal­kosten, bis 4,2 Mio. EUR pro Jahr. Auch für KI-Eigen­entwicklung, rück­wirkend beantragbar.

02

Mittelstand-Digital Zentren

Offizielle BMWK-Nachfolge — kostenlose KI-Beratung, Workshops, Test­umgebungen. ~30 Zentren bundesweit. Läuft bis Ende 2026.

03

BAFA-Beratungs­förderung

50–80 % Zuschuss für externe Beratung (auch Digitalisierung/KI). Antrag vor Beauftragung. Läuft noch bis 31.12.2026.

04

KfW-Förder­kredit (511/512)

Vergünstigter Kredit für KI-Investitionen, 3,5–5,2 % effektiv, ab 25.000 EUR, bis 10 Jahre Laufzeit. Über die Haus­bank.

05

Landes­programme

BW: Innovations­gutschein Hightech (bis 20.000 EUR Zuschuss). BY: BayDigital­bonus. NRW: Mittel­stand.innovativ! — Förder­quoten oft höher als Bund.

06

EU: EDIH

European Digital Innovation Hubs — kostenfreie Test-Bed-Zugänge, Bench­marking, Coaching. Sach­leistung statt Zuschuss.

Komplette Übersicht 2026 mit Kombinations-Empfehlungen: Welche Programme zu wem passen →

Block 03 · Sicherheit

Sicher mit KI arbeiten.

KI öffnet neue Angriffs­flächen — von DSGVO-Stolper­steinen bis zu Prompt Injection und CEO-Deepfakes. Sechs Risiken, sechs konkrete Schutz­maßnahmen.

01

DSGVO & AVV-Verträge

Wo werden Daten verarbeitet? EU-Hosting, US-Cloud mit DPF, On-Prem. Vor jedem Tool: AV-Vertrag prüfen, Daten­kategorien klären.

02

Prompt Injection

Fremde Inhalte (E-Mail, PDF) enthalten Anweisungen, die Ihre KI ausführt. Trennung von Daten und Befehl, sensitive Aktionen mit Bestätigung.

03

Phishing & Deepfakes

KI-generierte Stimme oder Video als CEO-Fraud-Vektor. Telefon-Code-Wörter, Vier-Augen-Prinzip bei Zahlungs­anweisungen.

04

Daten-Exfiltration via LLM

Mitarbeitende pasten vertrauliche Daten in Public-Tools. Tech­nische Sperre für nicht freigegebene Anbieter + klare AI-Policy.

05

Malware in Browser-Plugins

Dritt­anbieter-Erweiterungen für ChatGPT & Co. als Trojaner-Vektor. Plugin-Whitelist + regel­mäßige IT-Reviews.

06

Governance & EU AI Act

KI-Kompetenz­pflicht (Art. 4) seit Feb 2025, Transparenz­pflicht ab Aug 2026. Bußgelder bis 7 % Umsatz. Eine AI-Policy auf einer A4-Seite ist Pflicht­programm.

Praktischer Leitfaden inkl. EU-AI-Act-Pflichten: Sicher mit KI — die wichtigsten Schutz­maßnahmen →

Brücke

Sie wollen es konkret umsetzen?

Drei Wege, wie wir Sie unterstützen — Seminare, 1:1 Coaching, Implementation. Jeweils mit klarem Format, transparenten Preisen und messbaren Ergebnissen.

Häufige Fragen

Was Unternehmer
vor dem ersten KI-Projekt fragen.

Acht Fragen, die wir in Erst­gesprächen immer wieder hören — kurz und ehrlich beantwortet.

Was kostet ein KI-Pilot­projekt realistisch?

Ein sauber aufgesetzter KI-Pilot kostet im Mittelstand typisch 8.000 bis 25.000 Euro Einmalaufwand plus 200 bis 800 Euro laufende Kosten pro Monat — abhängig vom Use-Case. Wichtig: Lizenzen sind nur ein Bruchteil. Integration, Schulung und Governance machen oft 60 bis 70 Prozent der ersten Investition aus.

Wie hoch sind laufende Kosten (Lizenzen, Tokens, Cloud) pro Monat?

Pro Mitarbeitenden: 20 bis 40 Euro für ChatGPT Team oder Claude Pro, 25 bis 30 Euro für Microsoft 365 Copilot. Token-/API-Kosten bei eigenen Workflows: meist 50 bis 300 Euro im Monat für ein Team von 20. Vektor­datenbank-Hosting für RAG-Anwendungen: ab 25 Euro. Faustregel: 80 bis 150 Euro pro Mitarbeitenden und Monat, inklusive Cloud.

Welche KI-Lösungen sind DSGVO-konform?

Microsoft 365 Copilot mit EU Data Boundary, Mistral Le Chat Pro, ChatGPT Enterprise mit Auftragsverarbeitung — alle sind im DSGVO-Rahmen einsetzbar, wenn ein AV-Vertrag geschlossen wird und die Datenkategorien geklärt sind. Reine Public-Tools ohne AVV sind für interne Geschäftsdaten nicht geeignet.

Gibt es 2026 Förderung speziell für KI?

Ja, aber die Landschaft hat sich 2026 verändert. Die Klassiker Digital-Jetzt und go-digital sind ausgelaufen. Aktuell laufen vor allem: die Forschungs­zulage (35 % KMU-Bonus, bis 4,2 Mio. EUR pro Jahr, auch für KI-Eigen­entwicklung), die kostenlosen Mittelstand-Digital Zentren als BMWK-Nachfolge, die BAFA-Beratungs­förderung bis Ende 2026, KfW-Förder­kredite mit 3,5–5,2 % Zinsen, sowie Landes­programme wie der Innovations­gutschein Hightech in Baden-Württemberg (bis 20.000 EUR Zuschuss).

Wie schütze ich mich vor Prompt Injection?

Prompt Injection liegt vor, wenn fremde Inhalte (E-Mail, PDF, Webseite) Anweisungen enthalten, die Ihre KI ausführt. Schutz: Inputs strikt von Instruktionen trennen, sensitive Aktionen (Mail senden, Daten löschen) durch menschliche Bestätigung absichern, vertrauliche Daten nicht ohne Filter in dieselbe Session geben, Tool-Call-Logs auswerten.

Dürfen Mitarbeitende ChatGPT geschäftlich nutzen?

Mit einer Public-Version von ChatGPT (kein Enterprise, kein AVV): Nein, sobald Geschäftsdaten verarbeitet werden. Mit ChatGPT Enterprise oder Team mit unterschriebenem AVV: Ja. Best Practice: klare AI-Policy mit Freigabe­liste von Tools, regel­mäßige Schulung, technische Sperre für nicht freigegebene Anbieter.

Lohnt sich On-Premise KI für mein Unternehmen?

Selten. On-Premise KI (eigenes Modell auf eigener Hardware) lohnt sich erst ab sehr großen Datenmengen oder bei Hochsicherheits-Anforderungen (Verteidigung, Healthcare). Für 95 Prozent der Mittelständler ist eine EU-gehostete SaaS-Lösung mit AVV der bessere Kompromiss aus Kosten, DSGVO und Wartungs­aufwand.

Wie messe ich den ROI eines KI-Projekts?

Zwei Metriken zählen: eingesparte Zeit (Stunden pro Mitarbeitenden pro Woche) und vermiedene Fehler­kosten. Bei einem KI-Pilot rechnen Sie konservativ: 3 bis 8 Stunden pro Woche pro Nutzer im stationären Betrieb. Bei einem internen Stundensatz von 60 Euro amortisiert sich ein 15.000-Euro-Projekt typisch in 4 bis 8 Monaten.

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