Familienunternehmen, 3. Generation. Family-Office-Lösung in 4 Monaten.
Inhabergeführter Spezialhersteller, ca. 95 Mitarbeitende, 22 Mio € Umsatz. Der Senior wollte schrittweise zurücktreten, die nächste Generation den Betrieb übernehmen — aber nicht zu 100 %. Klassische M&A-Beratung wirkte überdimensioniert. Was der Schwarm möglich gemacht hat.
Die Situation.
Ein Familienunternehmen aus dem süddeutschen Raum, gegründet in den 1960ern, in dritter Generation geführt. Spezialisierter Hersteller von Komponenten für die Lebensmittel- und Pharmaindustrie, EBITDA-Marge stabil bei 14–17 %. Geschäft solide, Auftragsbuch voll bis Ende des Folgejahres.
Der GF — wir nennen ihn hier den „Senior" — war 64, wollte in den nächsten 5 Jahren schrittweise auf eine beratende Rolle wechseln. Sein Sohn (38) war seit 11 Jahren im Betrieb, technisch versiert, hatte das Vertrauen der Mitarbeitenden, wollte den operativen Lead übernehmen. Wollte aber explizit kein Alleingesellschafter werden — zu viel Risiko, zu viel Konzentration der Familienvermögenssubstanz auf ein Unternehmen.
Gleichzeitig war ein Investitionsbedarf da: ein neues Produktsegment (steriles Verfüllungs-Equipment für Kleinstchargen) hatte Marktpotenzial, brauchte aber 2 Mio € Entwicklungsbudget plus eine zweite Produktionshalle.
Was nicht funktioniert hätte.
Klassische M&A-Beratung. Ein Verkauf an Strategen oder Private Equity hätte den Charakter des Familienunternehmens zerstört — und der Senior wollte sicher gehen, dass Mitarbeitende, Werte und Standort erhalten bleiben. PE-Investoren mit 5-Jahres-Exit-Logik passen schlecht zu mittelständischen Spezialherstellern, die in 10-Jahres-Zyklen denken.
Reine Bankfinanzierung. Zur Finanzierung der 2 Mio Investition hätte die Hausbank wahrscheinlich Ja gesagt — aber das hätte das eigentliche Problem nicht gelöst: die Kapitalkonzentration im Familienvermögen.
Klassische MBO-Lösung. Der Sohn hätte sich verschulden müssen, um den Senior auszubezahlen — und genau das wollte er nicht.
Die Lösung: hybride Family-Office-Struktur.
Im Erstgespräch (zwei Sessions à 90 Minuten, mit Senior und Sohn separat und gemeinsam) wurde klar: die richtige Antwort ist eine Beteiligungsstruktur mit drei Komponenten:
- Sohn übernimmt 51 % der Anteile über eine schrittweise, gewinnbasierte Finanzierungsstruktur (Earn-out aus den Unternehmensgewinnen über 7 Jahre). Operativer Lead, klare gesellschaftsrechtliche Mehrheit, aber kein Eigenkapitaleinsatz aus dem Privatvermögen.
- Family Office übernimmt 35 % als Minderheitsbeteiligung mit Vorzugsdividende im Bereich 5–7 % p.a. Bringt zusätzlich die 2 Mio € Wachstumskapital ein. Geduld auf 15+ Jahre, kein Exit-Druck.
- Senior behält 14 % als „Senior Partner", übernimmt Beiratsfunktion, sichert Wissenstransfer und Familiencharakter.
Aktivierung des Schwarms.
Aus dem Crowd-Solution-Netzwerk wurden drei Personen aktiviert:
Partner C — ehemaliger CFO eines mittelständischen Konzerns, heute selbstständig mit Schwerpunkt Beteiligungsstrukturierung und Family-Office-Vermittlung. Hat in den letzten Jahren mehrere ähnliche Konstellationen begleitet. Übernimmt die Strukturierung und die Erstansprache an Family Offices.
Partner D — Steuerstrukturierungs-Spezialist, seit 25 Jahren auf mittelständische Unternehmensübergaben fokussiert. Übernimmt die steuerliche Optimierung der Beteiligungskonstruktion (Sohn-Earn-out steuerneutral, erbschaftssteuerliche Vorbereitung der Senior-Beteiligung).
Partnerin E — erfahrene Beirätin und Sparringspartnerin für Familienunternehmen, hat selbst eine ähnliche Generationentransformation in ihrem eigenen Familienbetrieb durchgemacht. Übernimmt das Sparring mit dem Senior — der schwierigste Teil, weil emotional aufgeladen.
Der Zeitablauf.
Wochen 1–4: Strukturierung und Steuerkonzeption mit Partner C und D. Parallel Familiengespräche mit Partnerin E — vor allem der Senior brauchte Zeit, um die Idee „Family Office statt klassischer Verkauf" wirklich anzunehmen. Drei Sessions, in denen er mit jemandem reden konnte, der einen ähnlichen Weg gegangen war.
Wochen 5–8: Marktansprache an vier Family Offices über die Vertrauenskanäle von Partner C. Drei meldeten Interesse, eines wurde nach einem ersten Gespräch ausgewählt — eine süddeutsche Familie, die selbst Industriehintergrund hatte und mehrere ähnliche Beteiligungen im Mittelstand hielt. Persönlicher Fit war hoch.
Wochen 9–14: Verhandlung der Beteiligungsbedingungen, Due Diligence (Finance, Legal, Technical), Vertragsausarbeitung. Wirtschaftsprüfer und Anwalt kamen ebenfalls aus dem Netzwerk-Umfeld.
Wochen 15–17: Closing, Beteiligungsvertrag unterzeichnet, Mittelfluss, Beirat installiert.
Was nach dem Closing kam.
Der operative Übergang vom Senior zum Sohn lief in den folgenden 18 Monaten geräuschlos — der Senior blieb als Beirat aktiv, hatte aber keinen operativen Druck mehr. Das Family Office stellte zusätzlich einen erfahrenen Branchenberater in den Beirat, was dem Sohn zusätzliche Sparring-Qualität brachte.
Das neue Produktsegment ging 14 Monate nach Closing in den Markt, lieferte im ersten vollen Jahr 2,8 Mio € Umsatz — etwa 25 % über Plan. Die Vorzugsdividende an das Family Office wurde aus dem laufenden Cashflow bedient, ohne Stress.
Die Familie hat heute Kapital außerhalb des Unternehmens diversifiziert (durch die Family-Office-Komponente), Substanz im Unternehmen behalten und einen geordneten Generationenübergang vollzogen, der den Charakter des Betriebs erhält.
Investment und Honorar.
Crowd-Solution-Honorar lag im mittleren fünfstelligen Bereich — aufwandbasiert über 4 Monate, plus eine moderate Erfolgskomponente bei Closing (deutlich unter klassischen 1,5–2,5 % M&A-Provisionen). Steuer- und Rechtshonorare separat. Insgesamt lag der Beratungsaufwand bei etwa 40 % dessen, was eine vergleichbare M&A-Transaktion mit einem klassischen Haus gekostet hätte.
Was das beispielhaft zeigt.
Familienunternehmen mit Generationenübergang brauchen oft keine M&A-Schablone, sondern eine strukturelle Komposition. Family-Office-Kapital ist im deutschen Mittelstand verfügbar — aber nur über Vertrauenskanäle erreichbar. Drei Tage Recherche im Internet bringen niemandem ein Family-Office-Engagement; ein Anruf der richtigen Person bringt es in 4 Wochen.
Das Schwarm-Modell funktioniert hier deshalb, weil es alle drei Disziplinen zusammenbringt — Strukturierung, Steuer, emotionale Begleitung — ohne dass eine einzelne Beratung das alles abdecken könnte. Plus: jemand, der den emotional schwierigsten Teil (Senior-Loslösung) glaubwürdig spiegeln kann, weil er es selbst durchgemacht hat.
Sie stehen vor einer Generationen- oder Beteiligungsfrage und sehen die klassischen Wege als unpassend an? Erstgespräch buchen — 30 Minuten, ergebnisoffen.
Hinweis zur Anonymität: Branche, Mitarbeitendenzahl, Umsatz und konkrete Beteiligungsquoten wurden zur Wahrung der Vertraulichkeit angepasst. Der zeitliche Ablauf, die Struktur der Lösung und die Rollenverteilung im Schwarm entsprechen einem realen Mandat. Konkrete Referenzen nennen wir auf Anfrage und mit Mandantenfreigabe.