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Wie wir Sparringspartner auswählen — fünf Kriterien.

Aus 500+ Partnern den richtigen für ein Mandat zu finden, ist die Kern­kompetenz unseres Modells. Die Fach­kompetenz ist dabei nur eines von fünf Kriterien — und nicht das wichtigste.

„Sie kennen 500 Berater. Wie wählen Sie den passenden aus?" — eine der Fragen, die im Erstgespräch fast immer kommt. Die ehrliche Antwort: nicht nach Fach­kompetenz allein. Wir haben für jeden Fachbereich mehrere Kandidaten — wenn wir nur danach suchen würden, hätten wir alle 5 vergleichen können. Was wirklich entscheidet, ist die Passung zwischen Person und Mandanten­situation. Hier die fünf Kriterien, die wir jedes Mal prüfen.

Kriterium 1: Spezifische Vorerfahrung.

Nicht „hat schon mal Restrukturierung gemacht", sondern „hat eine Restrukturierung in einer ähnlichen Branche, ähnlichen Unternehmens­größe, ähnlicher Familien­konstellation gemacht". Diese Spezifität reduziert die Lern­kurve im Mandat dramatisch.

Beispiel: Bei einem Familien­unternehmen mit 70 MA und Geschwister­konflikt zwischen den Gesellschaftern suchen wir nicht den „besten Restrukturierer", sondern jemanden, der genau so eine Konstellation schon zwei- oder dreimal durchgearbeitet hat. Das verkürzt die Mandats­dauer um Wochen, weil der Sparringspartner die Dynamiken sofort versteht und nicht erst entdecken muss.

Kriterium 2: Persönlicher Stil und Mandanten-Fit.

Der oft entscheidende Faktor — und der, der in klassischer Beratung fehlt. Geschäfts­führer sind Menschen, sie haben Stile, sie kommen mit manchen Personen besser zurecht als mit anderen. Ein analytisch-distanzierter Sparringspartner kann mit einem ebenso strukturierten GF wunderbar arbeiten — und an einem emotionalen, intuitiven GF scheitern.

Wir kennen unsere Partner persönlich — in Hunderten Stunden Gespräch über Jahre. Beim Mandanten verbringen wir vor der Vermittlung Zeit, um seinen Stil einzuschätzen. Dann matchen wir, oft auf Basis von Bauchgefühl. Das funktioniert nur, weil wir beide Seiten gut kennen.

Kriterium 3: Zeitliche Verfügbarkeit und Energie.

Der beste Sparringspartner nutzt nichts, wenn er gerade in drei Mandaten steckt und nicht wirklich fokussieren kann. Bei jeder Vermittlung prüfen wir: hat diese Person aktuell wirklich Kapazität, oder würde sie aus Reziprozität annehmen, obwohl sie eigentlich überlastet ist?

Wir lehnen Partner für ein konkretes Mandat ab, wenn sie nicht 100 % verfügbar sind — auch wenn sie inhaltlich der beste Match wären. Halbherzige Mandate sind für niemanden gut. Lieber den zweitbesten mit voller Aufmerksamkeit als den besten mit halbem Fokus.

Kriterium 4: Diskretion und Reputations­standing im Netzwerk.

Mandate enthalten oft sensible Informationen — Familien­konflikte, finanzielle Schief­lagen, strategische Erwägungen. Wir vermitteln nur Partner, deren Diskretion sich über Jahre bewiesen hat. Bei jeder Vermittlung kennen wir mindestens 3–4 frühere Mandanten dieser Person und wissen, wie sie mit Vertraulichkeit umgegangen ist.

Reputations­standing im Netzwerk ist der zweite Aspekt. Wer im eigenen Netzwerk schlecht beleumundet ist, wird nicht vermittelt — auch wenn er gerade verfügbar wäre. Das härtet die Qualitäts­ebene über Zeit, weil schwache Performer ausgesondert werden.

Kriterium 5: Komplementarität zur GF.

Sparringspartner sollen ergänzen, nicht spiegeln. Ein zahlen­affiner GF braucht selten einen anderen zahlen­affinen Partner — er braucht jemanden, der andere Aspekte (Mensch, Strategie, Markt) stärker einbringt. Ein intuitiv-strategischer GF braucht jemanden, der die analytische Tiefe ergänzt.

Wir prüfen die GF-Stärken im Erstgespräch und suchen die ergänzende Persönlichkeit. Das ist der Aspekt, der am wenigsten formal abprüfbar ist und am meisten Erfahrung erfordert. Hier zahlt sich das aus, dass die Vermittlung von Menschen gemacht wird, die mit den Partnern persönlich vertraut sind.

Was wir konkret im Vermittlungs­prozess tun.

Nach dem Erstgespräch mit dem Mandanten:

Die Quote, dass das Vorgespräch zur tatsächlichen Beauftragung führt, liegt bei uns über 90 % — weil wir vorher gut filtern. Das ist deutlich höher als bei klassischen Vermittlungs­modellen, wo Vorstellungs­gespräche oft erstmal eine breite Sortierung sind.

Was wir nicht tun.

Wir vermitteln nicht nach Verfügbarkeit allein. Wir vermitteln nicht nach Provisions­interesse (Provisions­modelle gibt es bei uns nicht — Partner werden direkt vom Mandanten honoriert). Wir vermitteln nicht „weil dieser Partner schon lange kein Mandat mehr hatte". Diese Faktoren gibt es in klassischen Vermittlungen — sie verzerren die Auswahl.

Wir haben auch eine klare Liste der Fälle, in denen wir kein Mandat vermitteln: wenn keiner unserer Partner wirklich passt, sagen wir das ehrlich und empfehlen externe Anlauf­stellen. Das ist gelegentlich frustrierend für Mandanten, aber es schützt das Netzwerk und unsere Reputation.

Sie überlegen, ob ein Sparringspartner aus unserem Netzwerk zu Ihrer Situation passt? Erstgespräch buchen. 30 Minuten, ergebnis­offen — wenn wir nicht der richtige Weg sind, sagen wir das ehrlich.